Aufruf zum 1. April

Als ich noch zur Schule ging, war der 1. April für mich fast gleichzusetzen mit Weihnachten. Ich konnte am Vorabend nicht einschlafen, weil ich meine zahlreich geplanten Streiche nochmals durchging und auf die Streiche der Anderen spekulierte. Irgendwann verlor sich aber diese Begeisterung für den Tag.

Heute würde ich mich mehr dafür schämen, einen Streich zu spielen, als dass sich das Opfer ärgern würde. Deshalb habe ich beschlossen, den ersten April fortan zweckentfremdet zu feiern. Fühle dich dazu aufgefordert, diese neue Tradition auch umzusetzen:

Option A: Selbst der Narr sein

Statt andere zum Narren halten- wie wäre es mal damit, sich selbst zum Narren zu halten?

Wenn man noch alle Sinne beisammen hat, könnte es eher schwierig werden, sich selbst einen Streich zu spielen. Aber zur Abwechslung mal sich selbst nicht wichtig zu nehmen wäre doch ein tolles Tagesmotto. Rumblödeln, bewusst Unfug machen für den man ausgelacht werden kann.april2

Grimassen schneiden, Fotobearbeitung ignorieren. Sich verkleiden. Barfuß laufen. Regenwürmer suchen. Dinge tun, die man sich sonst aus Gründen der Vernunft und Ernsthaftigkeit selbst verbietet. Das „was-werden-die-Leute-nur-denken“ für einen Tag auf dem Klo einsperren und den 1. April hemmungslos zelebrieren- auf die Streiche spielende, kindische Kindheit und die Unbeschwertheit!

Option B: Mitmenschen positiv überraschen

Wenn du dich so ganz und gar nicht zum Klops machen willst, weil dich die Stimme der Vernunft schon in ihren Bann gezogen hat, ist diese Alternative vielleicht eher was für dich. Der erste April bietet sich nämlich auch sehr gut dazu an, den Mitmenschen mal anders entgegenzutreten: Statt sie reinzulegen, statt mieser Schadenfreude, Lügen und Tricksereien – wie wäre es mal mit positivem Überraschen?

Zum Beispiel

… einer Freundin einen Spontanbesuch abstatten, mit Kuchen im Handgepäck.

… den sonst so gehassten Abwasch einfach mal machen.

… Nörgelei und schlechter Laune mit ehrlichem Interesse und einem Lächeln kontern.

… sich öffnen und -ja, wenigstens heute mal-  verletzbar machen.

… Fremde anlächeln oder gar anquatschen, einfach so.

… die Oma anrufen. Bei leidigen Arztbesuchgeschichten mal nicht die Augen verdrehen.

… zu sämtlichen Einladungen einfach “Ja” sagen und statt keine Zeit zu haben, sich Zeit zu nehmen.

fuxxigaprilKurz gesagt: Einfach etwas tun, was Andere positiv überrascht. Anderen (und sich selbst) beweisen, dass hinter dem grummeligen, vielbeschäftigten Alltagstier auch noch mehr stecken kann.

Kein Scherz, einfach mal mitziehen und ausprobieren. Ob du beiden Optionen nachgehst, dich nur für eine entscheidest oder gar eine eigene Tradition zum ersten April erfindest, bleibt natürlich dir überlassen. Fühle dich aber dazu eingeladen, FUXXIG in einem Kommentar zu berichten, wie du den Tag der Tricksereien zelebriert hast. Der Fuchs ist gespannt!

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Josephine von Blueten Staub

Web- und Grafikdesignerin, admin. Verwaltung, Autorin
Josephine von Blueten Staub ist als freiberufliche Künstlerin in der Spoken Word- und Literaturszene aktiv. Auf ihrem gleichnamigen Blog schreibt sie über Reisen und banale Kuriositäten des Alltags.

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One thought on “Aufruf zum 1. April

  • mal etwas ganz anders zu machen, macht etwas mit uns, wir sehen alles aus einer neuen Perspektiven, erfahren neue Reaktionen und können mit einem Lachen alles etwas leichter nehmen, wie leicht, kann man jemanden mit einem Kompliment eine kleine Freunde machen und sich vor allem selbst darüber freuen, es macht einfach Spaß und probieren sollte man es, vielleicht sollte ein kurzer Moment an jedem tag der 1. April sein, das könnte Spaß machen CB

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