Auf Zahnfühlung: Stefanie Weingärtler

StephanieStephanie Weingärtler gehört zu einer der Frauen, die über ihrer Begeisterung für das Basteln, Zeichnen und Feinmotorik zum zahntechnischen Handwerk gefunden haben. Die 35 jährige Hallenserin bastelt jetzt vor allem an Zahnkronen und balanciert zwischen der Schönheit des Handwerks und dem Zeitdruck und der Routine.

Bei unserem Gespräch haben wir uns über Genuss und gutes Essen unterhalten und mussten feststellen: Wie auch ein Lebensmittel viel Zeit und Leidenschaft braucht, um richtig schmackhaft zu werden, braucht auch ein Zahnersatz diese Aufmerksamkeit. Für den Verbraucher ist es dabei gar nicht so leicht zu sehen, was eigentlich hinter dem Produkt alles steckt und wie viele Arbeitsschritte zwischen Rohmaterial und Endprodukt liegen. Außerdem: Zahntechniker liefern Genuss, denn nur mit guten Zähnen lässt es sich unbeschwert essen, genießen und strahlen.

Lieblingsgericht:  asiatische Küche, allem voran Sushi

Was machst du gern in deiner Freizeit? Bleiben dir Zeit und Muße für außerberufliches Basteln?

Im Mittelpunkt steht die Familie. Eine ruhige Minute zu finden ist da nicht ganz einfach. Ich habe früher viel und gern gezeichnet, im Moment bleibt dafür aber keine Zeit.

Fertigst du den Zahnersatz für deine Familie und Freunde selbst an oder umgehst du das lieber?

Bisher ist weder ein Bekannter noch Verwandter in Form eines Gipsmodells auf meinem Arbeitsplatz gelandet. Es ist aber sicher eine besondere Herausforderung. Aus dem Wunsch heraus, es besonders schön machen zu wollen, wäre ich wahrscheinlich nie ganz zufrieden mit der eigenen Arbeit.

Du bist vom ersten Tag deiner Ausbildung bis heute mit 12 Jahren Berufserfahrung schon ein alter Hase bei Akadent Esthetic. Was kommt dir als erstes in den Sinn, wenn du an deinen Arbeitsplatz denkst?

Die Kollegen meiner Abteilung. Wir sind ein eingespieltes Team. Hilfsbereitschaft, Kompetenz und Humor sind das A und O in der Zusammenarbeit, dadurch lässt sich so manch stressige Zeit gut bewältigen.

Du modellierst Zahnersätze wie Brücken, Kronen oder auch Inlays per Hand, bist beim Guss und bei der Verblendung mit dabei. Gibt es einen Arbeitsschritt, der dir besonders viel Spaß macht?

Das Finish einer keramischen Arbeit, der sogenannte Glanzbrand. Ich modelliere auch gern in Wachs, allerdings wird dieser Arbeitsschritt durch moderne Frästechnik zukünftig mehr und mehr ersetzt.

Findest du das schade oder bringt die Technik so viele Vorteile mit sich, dass du auf die Handarbeit auch verzichten würdest? Was würdest du eher wählen: Nostalgie oder Moderne?

Die richtige Mischung macht´s. Die neuen Fertigungstechniken und vor allem die neuen Materialien ermöglichen nicht nur ein schnelleres Arbeiten, sondern auch ästhetischeren Zahnersatz und das ist toll. Ich wünsche mir, dass meine Arbeit auch zukünftig so vielschichtig bleibt und ich nicht nur kontrolliere und nacharbeite, was eine Maschine ausspuckt.

Auf welches Werkzeug kannst du bei deiner Arbeit auf keinen Fall verzichten?

Da gibt es so Einige. Ein Gerät, das ich  auf jeden Fall nicht missen möchte, ist der Laser. Nicht jedes Labor verfügt über ein solches, in der Anschaffung recht teures, Gerät. Man erledigt damit eine ganze Reihe verschiedenster Aufgaben und das schnell, sauber und ohne großen Aufwand.

Hast du eine Krone schon mal so richtig in den Sand gesetzt? Geht da auch mal was schief?

Natürlich, und wenn du es nicht ausbessern kannst, dann fängst du eben ganz von vorne an. Je größer die Arbeit desto ärgerlicher ist das.

Du hast mir erzählt, dass du durch deinen Beruf häufiger auf die Zähne anderer Menschen achtest. Meine Frage ist jetzt: Hast du etwas Zahn-Tratsch für uns? Weißt du von Promis mit besonders vielen Kronen oder besonders stabilen Zähnen?

Eines der bekanntesten Beispiele ist da Stefan Raab. Nach einer verbalen Entgleisung seinerseits landete eine Faust in seinem Gesicht. Die meisten Oberkieferzähne sind wohl überkront und der Eindruck entsteht, er hätte zu viele Zähne im Mund. Sicher nicht das beste Beispiel für natürlich schönen Zahnersatz, aber immerhin wurde sein Grinsen zum Markenzeichen und es hält und hält und hält…

Gehörst du durch deinen Beruf zu den wenigen Menschen, die keine Angst vor dem Zahnarzt haben?

Ganz im Gegenteil. Ich habe auch schon die ein oder andere schmerzhafte Behandlung hinter mir und bin bemüht, mich möglichst lange nicht selbst versorgen zu müssen.

Hast du eine Schlussanekdote für uns?

Eine Kollegin erzählte mir mal diese Geschichte: Eine Patientin stellte fest, dass ihr der Lieblingswein nicht mehr schmeckt, nachdem man ihr mehrere Metallkronen eingesetzt hatte. Der angefertigte Zahnersatz war aber völlig in Ordnung. Der Zahnarzt hat ihr schlussendlich dazu geraten, die Sorte zu wechseln.Die Geschichte macht deutlich, dass jede Veränderung, gerade solche im Gesicht und speziell im Mund, erst langsam angenommen wird. Deshalb ist es so wichtig, dass unsere Arbeit der natürlichen Situation möglichst nahe kommt.

In der Reihe Auf Zahnfühlung kannst du auf Fuxxig die Menschen kennenlernen, die im Universum von Akadent Esthetic eine Rolle spielen – sei es als Mitarbeiter, Zahnarzt oder Kunde – und eine Geschichte zu erzählen haben. Wir reden mit ihnen über ihre Arbeit, aber auch über die (anderen) schönen Dinge, die das Leben so wunderbar machen. Möchtest du auch einmal vorgestellt werden? Dann schreibe uns sehr gerne über das Kontaktformular auf der Startseite eine Nachricht und philosophiere bei einem Kaffee mit uns über das Leben. 

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Emilie Wegner

FUXXIG Autorin
Emilie Wegner studiert Ernährungswissenschaften an der Martin-Luther-Universität Halle. Auf "Emilies Treats" bloggt sie über Themen der Ernährung und die Liebe zum Essen.

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