Haben sich bereits Ratten bei dir angesiedelt, können Lebendfallen eine tierfreundliche Möglichkeit sein. Die Fallen sollten entlang von bekannten Laufwegen aufgestellt und täglich mindestens zwei Mal kontrolliert werden. Nach dem Fang einer oder mehrerer Ratten musst du die Tiere in ausreichender Entfernung - bei erwachsenen Tieren mindestens 3-5 Kilometer - zum Haus wieder freilassen. (Regionale Anforderungen beachten. Zudem natürlich nicht in der Nähe anderer Häuser oder Höfe.)
Zum Fangen ein paar Tipps:
Köder: Empfohlen werden meistens Nuss-Nougat-Creme oder Erdnussbutter. Wir hatten allerdings mit Haferflocken, Hühnerfutter und zerbröselten (Butter-) Keksen die besten Erfolge. Wahrscheinlich weißt du ohnehin schon am besten, was deine "Mitbewohner" gerne fressen. Verwende dieses Futter auch als Köder.
Geduldig sein: Bei uns hat es teilweise mehrere Tage gedauert, bis die Ratten ihre offenbar bereits angesammelten Vorräte aufgebraucht hatten und in die Falle gegangen sind.
Anködern: Ratten sind äußerst vorsichtige Tiere. Stelle die Falle daher zunächst ein paar Tage geöffnet auf, sodass sich die Tiere an das Hineingehen gewöhnen und die Falle als "sicher" einstufen. Erst dann solltest du nach und nach beginnen, den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen und die Falle langsam "scharf" zu stellen.
Stöckchen als Eingangshilfe: Manche Ratten verstehen nicht sofort, dass sie die Kippmechanik der empfohlenen Falle betätigen können. Wir nutzen ein kleines Stöckchen, um den Eingang leicht geöffnet zu halten. Geht die Ratte hinein, fällt das Stöckchen herunter und die Falle schließt wie geplant.
Handschuhe nicht erforderlich: Oft wird empfohlen, Tierfallen nur mit Handschuhen anzufassen. In der Praxis spielt der menschliche Geruch jedoch meistens nur eine untergeordnete Rolle. Wahrscheinlich haben sich deine Mitbewohner schon längst an deinen Körpergeruch gewöhnt und fänden eher den Handschuh-Geruch seltsam.